Insulin & Leptin — die zwei Hormone, die beim Abnehmen mitspielen

Veröffentlicht am 02.05.20263 Min. Lesezeit

Wer schon mal eine Diät hinter sich hat, kennt das Muster: drei Wochen Disziplin, ein paar Kilo weg, dann zwei Monate später ist alles wieder da — plus ein bisschen extra. Das liegt selten an mangelndem Willen. Es liegt daran, dass der Körper auf Kalorienreduktion mit dem gegenteiligen Programm antwortet als gewünscht: Stoffwechsel runter, Hunger rauf, Fettspeicher festhalten.

Insulin: der Tor-Hormon

Insulin entscheidet, ob der Körper gerade einlagert oder freigibt. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit steigt der Blutzucker, die Bauchspeicheldrüse schüttet Insulin aus, der Zucker wird in die Zellen geschleust. Solange Insulin im Blut hoch ist, kann der Körper kein Fett verbrennen — er ist im "Speicher-Modus".

Wer permanent Snacks und Süßes isst, hält das Insulin chronisch oben. Der Körper kommt nie in den Modus, in dem er an die eigenen Reserven geht. Das ist die hormonelle Erklärung für das, was viele aus eigener Erfahrung kennen: trotz Sport tut sich am Bauch nichts.

Leptin: das Sättigungs-Hormon

Leptin produzieren die Fettzellen selbst. Es wandert ins Gehirn und sagt dort: Es ist genug Energie da, du kannst aufhören zu essen. Bei Menschen mit gut funktionierendem Leptin-System ist es schwer, sich wirklich zu überfressen — das System bremst von alleine.

Das Problem: Bei dauerhaft hoher Zuckerzufuhr wird das Gehirn resistent gegen Leptin. Die Botschaft kommt nicht mehr an. Man isst, ist nicht satt, isst nach. Zwei Wochen ohne stark zuckerhaltige Lebensmittel reichen oft, damit das System sich wieder normalisiert.

Was das fürs Abnehmen bedeutet

Statt der Frage "Wie wenig kann ich essen?" lohnt sich die Frage "Wann esse ich was?". Vier ausgewogene Mahlzeiten pro Tag mit mehreren Stunden Pause dazwischen, wenig Zucker, ausreichend Eiweiß — das gibt dem Insulin Pausen, in denen der Fettstoffwechsel überhaupt erst arbeiten kann.

Das ist auch der Hintergedanke beim Restart-Programm: kein Hungern, sondern ein klares 4-Phasen-System, das mit den Hormonen arbeitet.

Quellen

  • Lustig, Robert: Fat Chance (2012) — Hormonelle Erklärung des Stoffwechsel-Syndroms.
  • DGE-Referenzwerte zur Kohlenhydratzufuhr und glykämischen Last.
  • Peer-Review zu Leptin-Resistenz (Friedman, Halaas u.a.).

Wenn Du wissen willst, wie ein hormonfreundliches Programm konkret aussieht: Restart your life — das 4-Phasen-Programm.

Häufige Fragen

Was machen Insulin und Leptin?

Insulin reguliert den Blutzucker und steuert, ob der Körper Energie speichert oder freisetzt. Leptin signalisiert dem Gehirn, dass genug Energie vorhanden ist — also Sättigung. Beide Hormone arbeiten zusammen; ist eines aus dem Takt, fällt es schwer, das Körpergewicht zu regulieren.

Warum scheitern viele Diäten?

Klassische Kalorienreduktion ignoriert die Hormonlage. Wer zu wenig isst, signalisiert dem Körper Hungersnot — der Stoffwechsel fährt herunter, Heißhunger steigt, das Gewicht kommt nach der Diät zurück (Jojo-Effekt).

Was hat das mit dem Restart-Programm zu tun?

Das Restart-Konzept arbeitet mit den Hormonen statt gegen sie: regelmäßige Mahlzeiten, niedrige Insulin-Spitzen und ein klares Phasen-System helfen, dass Leptin wieder seine natürliche Sättigungs-Wirkung entfalten kann.

Quellen

  1. Lustig, R. (2012): Fat Chance — The Bitter Truth About Sugar (Hormonsystem & Stoffwechsel)
  2. DGE — Position zur Energiebalance und zu Stoffwechselprozessen
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